Immer wenn ich an dieser einen Straßenecke vorbeigehe, schießt mir die Erinnerung in den Kopf.

Eines der seltenen Momente, als ich mit meinem Vater telefonierte. Ich hatte ihn tatsächlich am Handy! Nicht die Mailbox oder das endlose Tuten. Es ging dabei nicht um ihn, sondern um seinen Bruder. Er hatte gerade seinen Zwillingsbruder besucht, der im Sterben lag. Lungenkrebs, der erste Tag im Hospiz und sein Bruder hatte ihn besucht, zum ersten Mal seit all den Jahren – mein Vater eben, immer für eine Überraschung gut. Im Rollstuhl, so erzählte er mir und gewährte mir einen seltenen Blick in sein Herz, habe er seinen todkranken Bruder übers Krankenhausgelände herumgekarrt, als seien sie beide Teenies und nicht Männer in gediegenem Rentenalter. Ich freute mich für die beiden Brüder.

Mein Onkel Manfred starb am nächsten Tag. Die Todesnachricht erreichte mich von meiner Tante. Von meinem Vater habe ich danach nichts mehr gehört. Manfred ist jetzt drei Jahre tot.

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